Farbig ausgeleuchtete Schallsegel aus PLEXIGLAS®

© Lichtobjekte estol GmbH

Leuchtendes Akustikwunder

Bei Konzerten ist nichts wichtiger als ein guter Klang. Im Landesfunkhaus des Norddeutschen Rundfunks in Hannover verbessern Schallsegel aus PLEXIGLAS® die Akustik und prägen gleichzeitig das Bühnenbild.

Fast täglich spielt die Radiophilharmonie des öffentlich-rechtlichen Norddeutschen Rundfunks (NDR) im Großen Sendesaal des Funkhauses. Doch die hexagonale Form des Raums sowie eine verschachtelte Decke machen eine gute Akustik schwierig. Als Lösung wurden schalllenkende Elemente aus PLEXIGLAS®, sogenannte Schallsegel, an der Decke angebracht. Diese sorgen aber nicht nur für einen guten Klang im Saal, sondern sehen durch eine integrierte Beleuchtung auch gut aus.

Erschwerte Bedingungen

Kein Konzert ist wie das andere – doch jedes einzelne ist auf eine gute Akustik angewiesen. Doch bei bis zu 140 Musikern auf der Bühne und maximal 1.200 Zuhörern im Publikum sowie unterschiedlichen Bedingungen bei jedem einzelnen Konzert ist es schwierig, stets einen hervorragenden Klang zu ermöglichen. Im unter Denkmalschutz stehenden Großen Sendesaal des Landesfunkhauses in Hannover erschweren zusätzlich die hexagonale Form des Raums sowie Deckenverkleidungen aus Sperrholzelementen einen guten Klang. „Bis der Schall von der einen zur anderen Seite reflektiert wird, braucht es Zeit. Deshalb war es für die Musiker schwer, synchron zu spielen“, erklärt Michael Lahme, Geschäftsführer von der Lichtobjekte estol GmbH und technischer Entwickler der Schallsegel. „Das Landesfunkhaus kam deshalb mit der Bitte auf uns zu, eine Art künstliche Decke zu entwickeln, die die Akustik verbessert.“

Flexibel einstellbare Segel

Dabei standen die technischen Entwickler bei estol vor einer ganz neuen Herausforderung: Normalerweise steht bei unseren Projekten eine individuelle Beleuchtung im Vordergrund, erklärt Lahme. „Auch einige Leuchtelemente, die Schall schlucken, haben wir bereits realisiert.“ Für das Landesfunkhaus Hannover musste der Schall jedoch reflektiert und speziell gestreut werden, damit er möglichst weit getragen wird und für alle Musiker sowie das Publikum genau getaktet ankommt. Zudem sollten die Schallsegel das Bühnenbild optisch nicht stören, sondern im Gegenteil sogar aufwerten.

In Form gebracht

PLEXIGLAS® LED war das perfekte Material für unser Vorhaben.

Michael Lahme
Geschäftsführer Lichtobjekte estol GmbH

„Dafür brauchten wir ein möglichst hartes Material, denn Materialien mit einer hohen Dichte reflektieren vor allem die tiefen Töne der Instrumente besser. Zudem sollte das Material Licht flächig ausleiten können“, erzählt Lahme. „PLEXIGLAS® LED, das wir bereits aus anderen Projekten kennen, mit einer zweiseitigen Kantenbeleuchtung, war perfekt für unser Vorhaben.“ Das niedrige Materialgewicht und die gute Formbarkeit des Markenacrylglases von Evonik waren weitere Gründe für die Wahl. Denn Schall breitet sich normalerweise in alle Richtungen symmetrisch von der Schallquelle aus. Trifft er jedoch auf Widerstand, kann er reflektiert oder gebrochen werden. Damit der Schall wie gewünscht bei den Orchestermitgliedern auf der Bühne und im Publikum ankommt, wurden die 16 Platten PLEXIGLAS® LED zunächst von den Kunststoffspezialisten der Firma Kreideweiss GmbH in eine konkave Form gebracht und mit ACRIFIX® verklebt, bevor sie – an drei Seilen befestigt – über der Bühne angebracht wurden.

Schallsegel individuell anpassen

PLEXIGLAS® als Akustikwunder

Um die Segel optimal einzustellen, spielten die Musiker zunächst eine zweitägige Einstellsession, bei der die verschiedenen Szenarien gespielt wurden sowie die Ausbreitung des Schalls vermessen wurde. Nun können die Schallsegel bei jedem Konzert, über Touchbedienpulte gesteuert, den einzelnen Szenarien angepasst werden.

Doch eine unterschiedliche Anzahl an Musikern auf der Bühne erfordert auch eine Anpassung der Schallausbreitung im Raum. Deshalb sind zwar sieben der Segel fest montiert, neun weitere jedoch in ihrer Höhe und Neigung veränderbar und lassen sich somit an die einzelnen Szenarien, wie großes Orchester, Solospiel oder Kammerorchester, anpassen. „Die Segel können je nach Anzahl und Positionierung der Musiker auf der Bühne individuell eingestellt werden“, sagt Lahme. „Damit sind sie wesentlich flexibler als eine durchgehende Decke.“

Ein leuchtender Hingucker

Die flächige Ausleuchtung der PLEXIGLAS® Segel in bis zu 16 Millionen Farben taucht jede Konzertbühne in ein Farbenmeer.

Michael Lahme
Geschäftsführer Lichtobjekte estol GmbH

Aber auch optisch bereichern die Segel den Großen Sendesaal: Denn sie lassen sich beleuchten, übernehmen dadurch auch die Funktion von Deckenleuchten und sorgen für eine optimale Ausleuchtung der Bühne. Um die Segel zu beleuchten, werden Hochleistungs-RGB-LEDs eingesetzt. Das Licht wird dabei über zwei Kanten in die Platten aus PLEXIGLAS® LED eingebracht. „Durch die gute Lichtleitfähigkeit von PLEXIGLAS® wird das Licht gleichmäßig in die gesamte Fläche der Segel geleitet“, erklärt Lahme. „Es entsteht ein elegantes Lichtobjekt, das in bis zu 16 Millionen Farben erstrahlen kann.“ So sorgen die Schallsegel aus PLEXIGLAS® nicht nur für einen guten Klang im Großen Sendesaal, sondern schaffen auch gleich die dazu passende Lichtstimmung.